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Wednesday, 28 April 2010

groß- und auch Kleinschreibung

genau so sieht der himmel hier gerade aus. es ist warm, sehr warm und ich habe die kurzen hosen angezogen. der bürotag war anstrengend und ich sollte lieber meine texte lernen als hier dumme geschichten zu erzählen und entlos zu posten, aber diese kombination aus fahlem hellblau und gelblichem beige ist so schöbn und ich habe davon überraschend viele bilder auf lager.
gestern waren wir mit andreas und holger im kino und haben "Die junge Victoria" (Young Victoria) gesehen. Schön gemacht und, soweit ich das beurteilen kann, ohne Fehler. Ein paar schöne Männer, aber die Geschichte ist eben einfach nicht so aufregend wie die von Elisabeth I oder Heinrich VIII. Ich kann nicht ganz sehen, warum dieser Film überhaupt gemacht wurde. Schön war die Krönungsszene, die mich an Händels Musik zur Krönung von George II erinnert. Die CD mit der Rekonstruktion der gesamten Krönungsfeier habe ich grade erst wieder gehört. My heart is inditing und so...

Monday, 12 April 2010

a single man

Wenn ein Regiedebüt von einem Modedesigner stammt, der das Haus Gucci revolutionierte, dann kann man davon ausgehen, dass der Film schön anzusehen ist. Tom Fords Adaption von Christopher Isherwoods 1964 entstandenem Roman Der Einzelgänger ist aber nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein schöner Film. Und zunächst einmal ganz Rhythmus und Eleganz. Im Gleichmaß dahin fließende Bilder führen uns ins Kalifornien der sechziger Jahre, in einen geschmackvollen Bungalow, in einen einzigen Tag im Leben des Literaturprofessors George Falconer (Colin Firth). Warme Holztöne, die durch große Glasfenster fallende Morgensonne, die schwarze Kunststoffbrille auf dem Nachttisch, die perfekt aufgereihten Hemden im Schrank – in farbtief glänzenden Zelluloid-Bildern, für die Ford eine alte Kodak-Kamera verwendete, entsteht vor unseren Augen die Existenz eines Ästheten. Wenn Falconer am Morgen im Hemd und mit Schlips auf der Toilette sitzt, ein Buch in den Händen, dann wird klar, wie sehr Kunst und Stilempfinden Alltag im Leben dieses Mannes sind.
Doch die Perfektion verdeckt den Riss: Vor acht Monaten verlor Falconer seinen Lebensgefährten Jim bei einem Autounfall und kann den Verlust nicht überwinden. Seitdem lebt er wie ein Geist in seinem eigenen Leben. Ein Geist, der die eigene Trauer morgens sarkastisch vor dem Spiegel kommentiert und in der Küche einsam seinen Tee trinkt. Am Telefon meldet sich eine andere Art der Einsamkeit: Falconers beste Freundin Charley, die den Tag ein paar Häuser weiter im Bett mit einem Gin-Cocktail beginnt. Zwischen Flokati-Teppichen und Orchideen verleiht ihr Julianne Moore eine glamouröse Mischung aus Zerbrechlichkeit und Lebensgier.
Doch das Klischee des Schwulen mit Geschmack und bester Freundin, das gediegene Ambiente und die elegischen Musikeinsätze, all dies wirkt wie ein eleganter Überwurf und Schutz für den Helden. Darunter tritt umso deutlicher die Trauer hervor. Wenn sich Falconer am Buchenregal stößt und den Kopf an das Möbelstück lehnt, dann schießt alles zusammen: Seine Verlorenheit, die Sehnsucht nach dem Gefährten und die Erinnerung an den Moment, als dieser ihn begeistert zum Kauf des gemeinsamen Hauses verführte.
In proustscher Manier treten aus Falconers Bewusstseinsstrom immer wieder Szenen hervor, in denen ein gegenwärtiger Augenblick an einen vergangenen erinnert: Ein zufällig bei einem Bankbesuch auftauchendes Nachbarsmädchen wird zum Wiedergänger eigener Kindheitsgefühle. Das Klingeln des Telefons bringt den Moment der Todesnachricht zurück. Der kurze Flirt mit einem James-Dean-haften spanischen Einwanderer leitet über in die Erinnerung an die erste Begegnung mit dem Geliebten. Sie mündet in einer wunderschönen Szene häuslicher Intimität. Zwei Männer, die, Fuß an Fuß, abends lesend auf dem Sofa liegen und zärtlich debattieren, wer nun endlich aufsteht und die Schallplatte umdreht.

Die Begegnung mit einem attraktiven, offenbar zum Flirt entschlossenen Studenten lockt Falconer noch einmal aus der Reserve. Die Dialoge der beiden sind ein Pas de deux der Anspielungen, ein Abtasten, Ausloten, Annähern. So elegant wie er das Setting in Szene setzt, verankert Tom Ford das Begehren seines Helden in der Zeit vor dem sexuellen Aufbruch. Etwa wenn die beste Freundin den Trauernden fragt, ob er sich nie eine »richtige«, sprich: heterosexuelle Beziehung gewünscht habe. Oder wenn ein Cousin am Telefon die Nachricht von Jims Unfalltod übermittelt und dabei deutlich macht, dass bei der Beerdigung »nur die Familie« erwünscht sei. Oder auch wenn Falconer an der Universität eine improvisierte Rede über die verheerenden Folgen der Angst hält. Angst vor dem Kommunismus, vor Kuba, vor anderen Lebensweisen, vor unsichtbaren Minderheiten, vor Elvis Presleys Hüften.
Man muss sich anschauen, wie Colin Firth diesen Helden mit britischem Minimalismus spielt. Je unbewegter seine Züge, desto beredter werden seine Augen. Manchmal scheinen sie nur noch nach innen zu blicken und den Geliebten zu sehen. Wir werden Zeugen einer schauspielerischen Quadratur des Kreises: einer Anwesenheit, die eine fast physisch erfahrbare Abwesenheit verkörpert. Und so ist A Single Man bei aller Trauer eben doch auch und vor allem ein Film über die schmerzliche Schönheit der Liebe.

Eine Kritik aus der "Zeit". Ein grandioser Film. Unbedingt sehen. Colin Firth und Julianne Moore sind klasse!

Saturday, 13 March 2010

Sonnabend

Gestern wunderbar gegessen, einen schönen badischen Wein dazu und dann einfach vor den Fernseher gesetzt um die Woche entspannt ausklingen zu lassen. Haben das Finale für den Song-Contest gesehen und waren überrascht über die Ausstrahlung der Siegerin. erinnerte mich ein wenig an Björk. Aber Andreas wusste nicht wer Björk ist und niemand aus der Jury erwähnte es. Also habe ich es mir wohl eingebildet.
Eigentlich wollten wir dann ins Bett, erwischten aber beim rumzappen einen Film mit Julienne Moore und Dennis Quaid der uns zum weinen brachte. USA in den 50er Jahren. Mann ist schwul, Frau vertraut sich dem farbigen Gärtner an und die Konventionen töten das menschliche. Nüchterne Geschichte in knallig-düsteren Farben. Oh, hab eben schnell noch nachgesehen, der Film heißt "Far from Heaven", war für einige Oscars nominiert und lehnt sich an die Tradition der Filme von Douglas Sirk an.
Heute früh in der Stadt. Geschenk für Stephan besorgen. Dabei dreißig Tulpen ergattert, bunt gemischt. ....und einen neuen Erdbeerbaum. Da konnte ich nicht dran vorbei.

Wednesday, 10 March 2010

Shutter Island


Wunderschöne Farben, herrlicher Aufbau, kluge Musik und brilliante Darsteller, aber leider eine irgendwie nicht befriedigende Geschichte. Wir waren gestern etwas ratlos als wir aus dem Kino kamen. Irgendetwas passte nicht und ließ einen kalt. An den Bildern konnte ich mich aber gar nicht satt sehen, das war große Kunst!